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Meine kleine Weltreise

Meine kleine fast-Weltreise werde ich wohl nie vergessen.
Hier eine Zusammenfassung, wie es dazu kam, was dann passierte und wie es ausgegangen ist.
 
 
Also, am Besten fange ich ganz am Anfang an.
Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen und dachte eigentlich immer, ich wüsste um was es geht bei einem Leben mit Gott und mich könne da nichts mehr schocken. Ehrlich gesagt, fand ich mein Leben auch nicht besonders aufregend. Normal war es nicht, aber wer kann das schon von sich sagen...?
Eines Tages hab ich dann einen wunderbaren Menschen kennen gelernt, der mir wie ein "Wegweiser" den Weg zu einem Leben mit Jesus gezeigt hat. Zu einer endlosen Liebesbeziehung mit dem Schöpfer dieser Erde. Er ist den Weg nicht mitgegangen, hat mich nicht bei der Hand genommen und geführt, sondern mir einfach bei Kreuzungen geholfen abzubiegen. (danke dir...)
Lange stand ich in zwei Welten. Irgendwo zwischen dieser Welt und einer anderen. Lange war dieser Weg wegen der Leistungen oder Prüfungen, die ich dachte absolvieren zu müssen, wegen meiner Blindheit, wegen meinem fehlenden Sinn für das Wesentliche, auf das es ankommt und das einem kein Mensch dieser Welt erklären oder zeigen kann. Diesen letzten Schritt musste ich alleine machen.

Wenn ich heute darüber nachdenke, merke ich, dass ich die Zwischenzeit gar nicht gebraucht hätte. Gott wollte mich dort abholen, wo ich damals stand: mitten im Dreck. Das konnte ich irgendwie nicht glauben und dachte, erst ein "guter" Mensch werden zu müssen oder sonst irgendetwas leisten zu müssen. Aber da habe ich mich wohl getäuscht.

Im Sommer 2007 hab ich dann endlich meinen Stolz überwinden und mich auf eine wunderbare Beziehung mit Jesus Christus eingelassen. Es war die beste Entscheidung, die ich jemals treffen konnte. Seitdem bin ich zwar äußerlich immer noch die gleiche, aber in mir drin ist etwas geschehen, was mein Leben umgekrempelt hat.

Ich habe schon immer geglaubt, dass Gott für jeden Menschen einen einzigartigen, supertollen Plan hat. Einen Platz, den nur dieser eine erfüllen kann und der ihn wiederum ganz erfüllt. Was Gott mit mir vorhatte, das wusste ich aber nicht. Und deswegen hab ich gebetet und gebetet. Er solle mir doch diesen Plan zeigen.
Kurz darauf hat Er das dann auch gemacht, und  das - nur das - ist der Grund für meine kleine Weltreise



Es war ein Samstagabend wie jeder andere. Ich schlenderte durch das kleine Dorf, in dem ich aufgewachsen war. Fragte Gott wieder einmal, wo denn mein Platz ist, denn dort, wo ich bisher war, gehörte ich nicht hin.
Schon lange hatte ich diesen geheimen Wunsch, die Welt zu sehen und nicht wissen, was morgen auf mich zukommt. In diesem Moment kam mir der Wunsch wieder in den Sinn. Eine kleine Spinnerei, wie man sie so hat wenn man ruhig dem Sonnenuntergang entgegenspaziert... Am nächsten Morgen war ich dann aber im Gottesdienst und von da an war nichts mehr so ruhig, wie es mal war. Wir sagen in allen Liedern vom Aufbruch, vom Vertrauen auf Gott und dass man sich keine Sorgen um die Zukunft machen solle. Ich fand, das war schon ein angenehmer Zufall. In der Predigt hörte ich auch nichts anderes. Alles aufgeben. Jesus nachfolgen. Ihm vertrauen. Ich war sehr überrascht. Wie weit geht denn ein Zufall? Ist nicht das, was von einer Kanzel gesagt wird, "Gottes Wort"? Wieder ein paar Lieder. Wieder sollten wir aufbrechen, die Vergangenheit hinter uns lassen und vertrauen. Langsam wurde es unheimlich. Ich fragte Gott, ob Er denn tatsächlich mich meine, oder das alles nur allgemein gemeint sei. Ich dachte mir, dass Gott, wenn Er denn wirklich mich meint, es mir persönlich sagen kann. Dann war der Gottesdienst um.
Meine Mutter leitet den Büchertisch und so bin ich wie so oft mit einer Freundin dort rübergeschlendert und hab ein wenig gestöbert. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, griff sich eine andere Freundin ein Buch heraus, strahlte übers ganze Gesicht und gab es mir mit den Worten: "Vroni, das hier musst du lesen! Es handelt von jemandem, der alles aufgegeben hat und einfach Jesus nachgefolgt ist. Voll krass, oder?" Krass. Oh ja. Das hier war keine allgemeine Floskel mehr. Hier wurde ich ganz persönlich angesprochen. Keine Frage, das Buch musste ich haben.
Am Abend machte ich wieder einen Abendspaziergang. Ich war so aufgewühlt, dass ich mich gar nicht so recht konzentrieren wollte. Aber wie das mit uns Menschen so ist, war für mich irgendwie immer noch nicht klar ob... na ja, was, wenn ich mich da wieder in ein Wunschdenken verrenne? Denn ich hatte tatsächlich den Wunsch, das in die Tat umzusetzen. Einfach so zu vertrauen. Also wollte ich mehr. Noch ein paar Bestätigungen. Nur um sicher zu sein...
Ab diesem Tag hatte ich kleine ruhige Minute mehr. Immer wenn ich die Bibel aufschlug, bezog sich der Text auf das Thema. Jedes Lied, das ich hörte und sang, jede Predigt, die ich hörte, jedes Buch, das ich las, jedes Gespräch - einfach alles. Ich führte auch immer wieder endlose Gespräche mit Gott, in denen kein Gegenargument mehr stehen lies.

Einen Monat ging das so. Dann wurde es mir zu viel und ich bat Gott, aufzuhören. Und Er schwieg. Von einem Tag auf den anderen konnte ich wieder "normale" Bücher lesen und Musik hören. In diesem einen Monat aber wurde jeder Zweifel ausgeräumt.
Ich weiß heute, dass Gott an jedem einzelnen Tag für mich sorgen wird. Dass es mir an nichts fehlen wird, wenn ich nur Ihm alles gebe, woran mein Herz hängt und Ihn stattdessen zum Mittelpunkt meines Lebens mache. Er wird es alles mir tausendmal zurückgeben - und nicht erst, wenn ich eines Tages vor Ihm stehen werde, sondern heute, hier und jetzt.

Ein paar Monate später habe ich Gott gebeten, doch bitte konkreter zu werden und mir immer mehr Einzelheiten zu sagen, damit ich mich vorbereiten kann, doch viele Fragen blieben unbeantwortet. So auch die Frage nach dem Wann. Ich werde es wissen, wann es so weit ist; aber erst wenn es so weit ist.
Es gibt viele Dinge, die ich vorher noch lernen muss, doch ich habe den besten Lehrer der Welt. Und den besten Nachhilfelehrer noch dazu. Ein Durchfallen gibt es nicht. Und deshalb werde ich alles daran setzen, meinen Herrn nicht zu enttäuschen.

(...und doch tue ich es noch so oft...)

 

Irgendwann hab ich dann in der Bibel gelesen (die Stelle find ich nimmer), dass Gott jemandem gesagt hat, etwas ganz gravierendes wird geschehen. Und damit er auch weiß. wann es passiert, soll er sich ein Zeichen überlegen - wenn das eintrifft, ist es soweit. Des gleiche hab auch gemacht.

Und... siehe da... kurz nach meiner Abifeier ist es dann passiert. Ich wusste plötzlich, wann es los geht und wo und wie ich dahin komme, nämlich am 30. Juni 2008 in Leipzig und der Mann, mit dem ich später eine wundervolle Beziehung haben würde, fährt mich dort hin.

In Leipzig war eine Konferenz, auf der war auch Shane Claiborne, der Autor von dem oben erwähnten Buch, das mich so angesprochen hatte. Ich wollte die Gelegenheit beim Schopf packen und mit ihm nach Philly gehen, oder zumindest so, dass er weiß, dass ich komm oder was-weiß-denn-ich. Es war eine von meinen spontanen Aktionen.

 

Ich wollte also nach der World Baptst Youth Conference nach Philadelphia fahren. Ich dachte, das liegt nahe, wo doch die ganze Welt quasi in Leipzig versammelt war. Dann auf dieser Konferenz hab ich gemerkt. dass das nicht dran ist, Shane anzusprechen. Ich habs einfach nicht fertig gekriegt... Ich hatte aber keine Ahnng was ich sonst machen sollte und hab mich danach auf den Weg nach Hamburg gemacht, um mit irgendeinem Frachter oder so was über den Ozean zu schippern. Dort bin ich allerdings nie angekommen.
Hab beshlossen dahin zu trampen und mir dann irgendwo eine Unterkunft zu suchen, Als ich dann etwa 100km vor Hamburg an einem Autobahnparkplatz stand, dachte ich mir, es ist vielleicht doch nicht so gut, mitten in der Nacht dort anzukommen - und es war schon abends... Also hab ich mich ein bischen in den Wald zurückgezogen und mein Zelt aufgebaut. (Is verboten, ich weiß... aber was willste machen...)
Jedenfalls, wie ich da so lag und die LKWs vorbeifahren hörte, hab ich auf einmal das totale Heimweh bekommen... Naja, Heimweh wars eigentlich nich, sondern eher der Wunsch, dass jemand da is, der mich kennt und in den Arm nimmt. Sowas hatte ich noch nie vorher. Ich war gerade am Einschlafen, da klingelte mein Handy. Verschlafen und mies drauf wie ich war, griff ich danach und sah, dass mein Freund (der mich ja nach Leiüpzig gefahren hatte) am Apperat war.
Er hat natürlich sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Das war wirklich nicht schwer - so scheiße wies mir ging... Sebi war gerade an der Ostsee auf einem Campingplatz. Eigentlich wollte er schon früher über die Grenze nach Dänemark und dann nach Schweden, aber wegen einer Sturmwarnung war es nicht möglich, das Meer zu überqueren. Deswegen war er noch in Deuschland.
Als er hörte, wie schlecht es mir ging, packte er einfach in Windeseile sein Zeug zusammen und fuhr los um mich zu holen. Wenig später raste er bei Sturmwarnung über die Autobahn - 250km bis zu mir. Ich kann nicht sagen, wie froh ich war, als er da plötzlich auf meinen Parkplatz fuhr, ausstieg und mir um den Hals fiel.
Es war für in nicht leicht gewesen mich gehen zu lassen, ohne zu wissen, wohin ich gehe, was ich dort esse und wo ich schlafen kann. Das war jetzt vergessen und wir lagen uns einfach nur in den Armen.
Noch in der gleichen Nacht fuhren wir an die Ostsee zurück. Morgens um 6°° ging die Sonne über dem Meer auf...
Weil keiner von uns eine andere Möglichkeit wuste und weil wir irgedwie nicht mehr ohne einander auszukommen scheinen, beschloss ich, mit Sebi seine Tour zu fahren. Er wollte mit seinem LADA NIVA durch Skandinavien fahren und immer von einem Campingplatz zum nächsten gehen. Ich hatte alles dabei was ich brachte, und so ging ich mt ihm. Es war aber nicht einfach nur ein Urlaub für uns. Immer wieder musste ich feststelen, dass es schlime Dinge in meinem Leben gab, die ich nie richtig verarbetet hatte. Jetzt, wo ich 2000 km von zu Hause entfernt war, kam eins nach dem andern hoch und wollte verarbeitet werden. Hier im Murgtal hätte ich nie die Zeit und Energie dafür gehabt; und so musste ich erst ein wenig auf Abstand gehen, um zu sehen, wo ich stehe und wohin ich will. Ich bin unendlch froh dass Sebastian in diesen Momenten bei mir war!

Irgendwann fragte ich Gott, was ich denn nach diesem "Urlaub" tun sollte. Das fiel mir alles andere as leicht, weil ich befürchtete, dass Er mich wieder wegschickt von Sebastian. Irgendwann ließ es sich nicht mehr aufschieben und ich fragte Ihn. Ich wusste, wenn Er mich wieder ruft, werde ich wieder gehen. Aber alles was ich in diesem Moment wollte, war, dass Sebi irgendwie in Gottes Plan eingebunden werden konnte...

Noch während ich Gott fragte, ging mir plötzlich ein Lied in den Kopf: "Rede Du, mein Vater heute zu mir. Worte der Wahrheit brauche ich, Herr.", und gleich darauf ein anderes: "Find a place of solitude and I speak to you as you pray to me."
Ich suchte mir also einen Platz, an dem ich alleine war und begann zu danken, dass Gott dem Wunsch meines Herzens erüfllt hatte. Er hatte es möglich gemacht, dass ich durch die Welt ziehe, mit nichts weiter als einem Rucksack und einem Zelt und einfach durch und mit Ihm leben kann. Das war damals mein allergrößter Wunsch gewesen. Dafür dankte ich meinem Herrn.
Dann fragte ich Ihn, ob er denn die Wünsche auch erfüllt, wenn sie sich ändern. Wenn man nicht immer sicher ist, was man will, und was einem am wichigsten ist. Ich hatte einen neuen Herzenswunsch. Ich wollte mit Sebi zusammen sein. Egal wo und wie und was dort machen. Ich wollte immer noch mit Gott leben, aber mit Sebastian an meiner Seite. Ich wollte immer noch die Welt sehen, aber nur wenn Sebastian in meiner Nähe war.
Noch während ich Ihn fragte, sagte er in mein Herz: "Selbstverständlich!" Einfach so. Nicht mehr und nicht weniger.

Selbstverständlich lässt er mir meinen Wille.
Selbstverständlich erfüllt er mir nur die Wünsche, die aktuell sind.
Selbstverständlich darf ich mit Sebastian leben.
Selbstverständlich darf ich mit ihm mitgehen.
Ich war total von den Socken. Wir würden beide gemeinsam zurück in die Heimat fahren und dort werden wir sehen, wie es weitergeht. Hauptsache wir sind zusammen. Ich weiß nicht, ob das der schönste Tag unseres "Urlaubs" war, oder der Moment, an dem mich der Mann meiner Träume nachts um 2 Uhr von einem Parkplatz mitten in der Pampa abgeholt hatte.

Naja, deswegen bin ich jetzt wieder hier. Es ist gekommen, wie ich immer gesagt habe: "Was bringt es mir zu planen, es wird ja doch anderst. Warum mache ich mir sorgen, es wird immer viel besser als ich mir jemals wünschen kann...






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